Eine biographie
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Eine biographie:  1963-1968 Pagina 1 2

Temeswar bot mir die Chance der freien Suche des individuellen Experimentierens. Die Temeswarer Atmosphäre gab mir die dazu notwendige Freiheit. Aus der reiferen Generation sind nur vier oder fünf Künstler übriggeblieben, die Filiale des Verbandes organisierte
sich langsam neu und die Mehrheit der Mitglieder waren junge Leute, die in zwei, drei Wellen hinzugekommen sind. Ich kam mit der letzten, zusammen mit Zoli Molnar und Friedrich Schreiber.
Was ich als erstes als Gewinn für mich entdeckte, war ein Element der plastischen Sprache aus dem Requisit der non-figurativen Skulptur: die Ausdruckskraft der reinen Form - und nicht die einer Form mit Eigendynamik wie die Körper eines Menschen oder eines Tieres. Als ich einmal in Ungarn war, hatte ich - dank der Empfehlung von Franyo Zoltan - die Gelegenheit, eine Reihe von Budapester Künstler kennenzulernen. In diesem Kreis traf ich eine Dame, die sich mit Kunstkritik beschäftigte, die mir zum Abschied ein Buch geschenkt hat - da sie mein Interesse für die zeitgenössische. Kunst bemerkte - mit der Bitte, auf keinen Fall den Weg einzuschlagen, der in dem Buch dargestellt wurde. Es handelte sich um ein 1959 erchienenes Lexikon der Bildhauerei , The Sculpture of this Century, von Michael Seuphor.
Ich beschloß, ihren Rat nicht zu befolgen. Seuphors Buch wurde für mich eine Art Tagesdosis zeitgenössischer Kunst, die ich gierig verschluckte. Es kam dann die prägende Begegnung mit der livresk angeigneten Realität. Ich glaube es war 1968. Bukarest empfing in der Galerie Dalles die Moore-Ausstellung. Es war überwältigend. Ich konnte aus nächster Nähe die Bedeutungshaftigkeit der gemäß gewisser Proportionsverhältnisse in den Raum gestellten Formen ohne Rückgriff auf die Nachahmung der menschlichen Anatomie beobachten. Auf dem "Expresionismus" von Henry Moore, der die Form aus der Perspektive ihrer Ausdrucksfähigkeit betonte, folgte dann der "puristische" Ansatz von Brancusi. Es war genau so überwältigend. Keiner der beiden hat mich einseitig geprägt, aber ausgehend von diesen Begegnungen erkannte ich, daß die Skulptur über die Grenze des Figurativen hinausgehen kann. Ich habe mir diese Lektion angeeignet und sie wurde zum Schlüsselelement meines gesamten bildhauerischen Ansatzes.
So begann ich auch etwas anderes zu tun, als ich gelernt hatte. Temeswar wurde dadurch zu einer günstigen Arbeitsstätte. Wäre ich in Klausenburg geblieben, so wäre ich im Jahre 1968 nicht dazugekommen, Arbeiten wie "Akustik", "Die Dynamik der Vereinigung", oder "Vogel" zu schaffen.

 

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