Eine biographie
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Eine biographie  1946-1953 Pagina 1 2 3

Die Schränke, die Bibliothek, die Bücher, die prachtvoll gebundenen Lexika, die Kunstalben und die großen Kisten fanden ihren Platz auf dem Dachboden. Der Zutritt wurde uns Kindern strengstens versagt. Der einzige, der hinauf durfte, war Walther bacsi. Ich sah ihn einmal, als er mit einer Schachtel vol1 mit Uhren und mit einem Kelch in der Hand herunterkam. Er verkaufte ab und zu ein paar Sachen. Es war seine einzige Einkommensquelle. Walther bacsi brachte eine kosmopolite europäische Welt in unseren Hof mit sich. Photographien, die elegante Damen, Luxusautomobile, sagenhafte Ferienlandschaften darstellten. Elegante Herren mit Tennisausrüstung oder in Skianzügen. Von ihm bekam ich meine ersten Skibretter aus Metall. Ich begann dann Tennis zu spielen, vor allem, weil wir ganz in der Nähe des Tennisplatzes wohnten, und wegen der herrschenden Propaganda, die die Arbeiterkinder "aufpollieren” wollte. Ich war am Anfang "Balljunge” beim Sportklub Dr. Fekete mit den zwei Söhnen des Radiologen Olteanu. Ilie spielte am besten.

Den jüngeren, Gheorghe, habe ich letztes Jahr in Heidelberg wiedergesehen. Er rief mich an, als er erfuhr daß ich dort eine Ausstellung habe. Er wohnt in Baden-Baden, wo er eine kleine Klinik hat. Die Weisheit, die Wüde, die Bildung dieser aus ihrem ehemaligen sozialen Status ausgestoßen Menschen, konnte dank der Redlichkeit und Menschlichkeit derer, die sie aufgenommen haben, bruchlos verpflanzt werden. Aus diesem Grunde haben wir als Kinder nie die Unnatürlichkeit dieser Verquickung gespürt. Eine einzige Frau hat mich das Ungewöhnliche der Situatin erahnen lassen. Es war unsere Milchfrau. Sie kam immer früh zu uns mit ihrem von einem Pferd gezogenen Wagen. Ihre Erscheinung, ihre Kleidung, noch in sehr gutem Zustand, ihre Haltung, der Blick, irgendetwas beschämte mich, daß sie uns die Milch bringen mußte. Ich habe es nur später erfahren, daß sie adliger Abstammung war, die Tochter eine Grafen aus der Gegend, der das große aus Stein gebaute Haus oben auf dem Hügel besaß. Das Haus steht noch.

 

 

 

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